Migration prägt Sachsen seit vielen Jahren – durch Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen in den Freistaat kommen und hier neue Perspektiven suchen. Sie bringen Erfahrungen, Sprachen, Kompetenzen und kulturelle Vielfalt mit, die unsere Gesellschaft bereichern. Gleichzeitig stehen viele von ihnen vor komplexen Herausforderungen. Der Paritätische Sachsen setzt sich dafür ein, dass diese Menschen Unterstützung erhalten, Teilhabe erfahren und in Sachsen ein sicheres und selbstbestimmtes Leben aufbauen können.
Wichtige gesetzliche Rahmenbedingungen bilden unter anderem das Aufenthalts- und Freizügigkeitsrecht, das Asylrecht und internationaler Schutz, das Staatsangehörigkeitsrecht, sowie das Sächsische Integrations- und Teilhabegesetz.
Warum Migrationsarbeit so wichtig ist
Menschen, die nach Sachsen kommen – ob aus beruflichen Gründen, zur Familienzusammenführung oder weil sie Schutz suchen – brauchen verlässliche Informationen, rechtliche Orientierung und soziale Unterstützung. Migrationsarbeit hilft dabei, erste Schritte zu gehen, komplizierte Verfahren zu verstehen, Bildungs‑ und Arbeitswege zu finden, Zugänge zum Gesundheitssystem zu eröffnen und in den Kommunen anzukommen. Sie stärkt nicht nur die einzelnen Menschen, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander. Wo Integration gelingt, bauen sich Vorurteile ab, entsteht Vertrauen und wächst soziale Teilhabe.
Vielfältige Angebote unserer Mitgliedsorganisationen
Die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Sachsen begleiten Menschen mit Migrations‑ und Fluchterfahrung in vielen Bereichen des täglichen Lebens. Sie bieten die Migrationsberatung für Erwachsene an, unterstützen junge Menschen über Jugendmigrationsdienste und begleiten Geflüchtete im Rahmen der Flüchtlings‑ bzw. Migrationssozialarbeit. Dazu gehören Beratungsgespräche, Unterstützung im Umgang mit Behörden, Hilfe bei Fragen zu Aufenthalt, Wohnen, Sprache, Bildung und Arbeit sowie psychosoziale Stabilisierung.
Darüber hinaus organisieren viele Träger Integrationsangebote, Begegnungsprojekte, Sprach‑ und Orientierungshilfen und schaffen Orte, in denen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern miteinander in Kontakt kommen können. Einige Mitgliedsorganisationen betreiben zudem Unterkünfte oder Wohnprojekte, die geflüchteten Menschen ein sicheres Zuhause bieten und ihnen helfen, ihren Alltag zu strukturieren und neue Perspektiven zu entwickeln.
Wie der Paritätische Sachsen unterstützt
Der Verband vertritt die Interessen der Migrations‑ und Flüchtlingsarbeit gegenüber dem Land Sachsen und bringt die vielfältigen Perspektiven seiner Mitgliedsorganisationen in politische Entscheidungsprozesse ein. Besonders die Migrantenselbstorganisationen sind dabei unverzichtbare Partner, deren Expertise und Erfahrung den Verband fachlich maßgeblich stärken.
Er wirkt in Gremien mit, die migrations‑ und integrationspolitische Entwicklungen gestalten, und sorgt dafür, dass die Stimmen derjenigen gehört werden, die täglich mit und für Menschen mit Migrationserfahrung arbeiten. Zugleich fördert der Verband den Austausch der Träger untereinander – über Fachrunden, Netzwerke und gemeinsame Kooperationen im gesamten Freistaat.
Ein zentrales Anliegen des Paritätischen ist die interkulturelle Öffnung aller Bereiche der Sozialen Arbeit. Teilhabe gelingt nur, wenn Einrichtungen, Dienste und Verwaltungen Menschen mit Migrationserfahrung aktiv einbeziehen und ihre Lebensrealitäten ernst nehmen. Die im Verband organisierten Migrantenselbstorganisationen tragen hierzu entscheidend bei, indem sie authentische Perspektiven und fachliche Impulse einbringen.
Aktuelle Herausforderungen
Die Migrationsarbeit in Sachsen steht vor bedeutenden Herausforderungen. Viele Projekte und Beratungsangebote sind nur befristet finanziert, obwohl die Anforderungen steigen. Gleichzeitig werden die rechtlichen Rahmenbedingungen komplexer: unterschiedliche Aufenthaltstitel, neue Regelungen im Sozialrecht oder Anforderungen an Arbeitsmarkt‑ und Bildungsintegration stellen die Fachkräfte vor hohe Ansprüche. Auch die gesellschaftliche Polarisierung und zunehmende Spannungen machen ihre Arbeit schwieriger, denn Integration braucht ein Klima der Offenheit und des Respekts.
In den Kommunen steigen die Anforderungen an Unterbringung, Betreuung und Integration – oft bei knappen Ressourcen. Dazu kommen bürokratische Hürden und komplizierte Förderbedingungen, die die Planungssicherheit erschweren. Dennoch arbeiten die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen mit großem Engagement daran, allen Menschen faire Chancen zu eröffnen.
Für eine verlässliche und menschenrechtsorientierte Migrationsarbeit in Sachsen
Der Paritätische Sachsen setzt sich dafür ein, dass Migrations‑ und Flüchtlingssozialarbeit verlässlich finanziert wird – denn sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ebenso wichtig ist es, dass interkulturelle Kompetenz in allen Handlungsfeldern gestärkt und Diskriminierung aktiv entgegengewirkt wird. Migration gehört zur Realität unseres Landes und bietet Chancen, die wir gemeinsam gestalten können.
Die Mitgliedsorganisationen des Paritätische Sachsen tragen täglich dazu bei: Sie unterstützen, begleiten, schützen und stärken Menschen auf ihrem Weg. Der Verband steht an ihrer Seite und arbeitet dafür, dass Sachsen ein offenes und vielfältiges Land bleibt, in dem jeder Mensch seinen Platz finden kann.
Formelle Mitwirkung des Verbandes in Gremien
Der Paritätische Sachsen ist in folgenden Gremien für Migrationsthemen und seine Mitgliedsorganisationen aktiv (Auswahl):
- Arbeitskreis Flucht und Arbeitskreis Migration des Paritätischen Gesamtverbandes
- Fachausschuss Migration der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen
- Fachbeirat Weltoffenes Sachsen
- Steuerungskreis Zuwanderung der Fachkräfteallianz Sachsen
Kontakt zum Fachreferat Migration
Hendrik KreuzbergReferent Migration